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Europaflagge mit Bergpredigt
Worte der Ermutigung

Thema: die Bergpredigt Sprecher(in): Eckart Haase

siehe auch GBU zu Matthäus

Liebe Geschwister!

Das Thema meines Wortes der Ermutigung ist die Bergpredigt, diese herrliche Predigt direkt aus dem Munde Jesu. Allein schon das macht die Bergpredigt zu etwas ganz besonderem.

Im Grunde sollten wir genauso wie mit 1.Korinher 13 unsere Wohnung mit der Bergpredigt tapezieren!

Aber zuvor möchte ich euch eine kurze Geschichte erzählen, die natürlich auch etwas mit der Bergpredigt zu tun hat:

Ich sah eine Frau. Diese Frau hatte ihren Hund an der Leine. Das ganze war so in der Nähe eines Kinderspielplatzes auf einem Stück Wiese. Mitten in der Stadt. Und diese Frau unterhielt sich mit einer anderen Frau, die hatte ebenfalls ihren Hund an der Leine. Na, das gibt’s ja öfter, dass Hundebesitzer sich begegnen und sich dann unterhalten. Das waren so kleinere, weisse Hunde, ich glaube Dackel. Die beiden Dackel verstanden sich auch prima und beschnüffelten sich und spielten, während sich ihre Frauchen angeregt unterhielten. Dann kam eine dritte Frau dazu. Auch sie hatte ihren Hund an der Leine dabei, ein etwas grösserer Hund, dunkelfarbig. Alle Hunde aber noch recht jung, vielleicht so 1-2 Jahre alt. Auch dieser Hund verstand sich gleich ganz prima mit den anderen beiden und so spielten sie ein bisschen herum, na wie junge Hunde das eben so tun. Die Frauen unterhielten sich weiter angeregt und achteten auch gar nicht so sehr auf ihre Hunde. Die Hundeleinen überkreuzten sich ein wenig, da die Hunde auch so umherliefen, aber es war alles in Ordnung soweit.

Dann kam eine vierte Frau mit dazu. Auch diese Frau hatte ihren Hund dabei, auch ein etwas grösserer, aber auch noch recht junger Hund. Die Frau kam auch mit den anderen ins Gespräch und auch ihr Hund wurde gleich freudig von den anderen dreien aufgenommen, man wedelte mit dem Schwanz, man beschnupperte sich u.s.w. Plötzlich kam ein wenig Hektik in die Szene. Denn die vier Hundeleinen waren schon sehr überkreuzt und da entstand so ein richtiges Knäuel und die Leinen verknoteten sich, weil die Hunde da herumliefen, sprangen und sich nicht um ihre Leinen kümmerten. Die Frauen bemerkten dass und versuchten dieses Gestrüpp wieder zu entknoten. Sie versuchten die Leinen so zu ziehen, dass der Knoten sich auflöst, aber das machte es nur noch schlimmer! Die Hunde dachten, jetzt spielen die auch noch mit! Jetzt sind wir schon zu acht! Und so entstand richtige Unruhe, die Frauen waren völlig überfordert mit der Situation. Die eine Frau wäre fast noch umgekippt, weil sich die Leinen so um ihre Füsse gelegt hatten, dass sie kaum mehr einen Schritt vor oder zurück konnte. Also, ich glaube, die standen kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Und den Hunden, denen gefiel das. Die dachten "was für ein tolles Spiel!" – Die Frauen sahen das wohl anders und waren entnervt.

Plötzlich, fast schlagartig, liessen alle vier Frauen – fast gleichzeitig – ihre Hundeleinen auf den Boden fallen. Sie gaben sie aus der Hand, so nach dem Motto: "OK, jetzt kann ich nicht mehr, ich werfe die Brocken hin, jetzt macht was ihr wollt." Und es geschah bei allen fast gleichzeitig, vielleicht innerhalb einer halben Sekunde, fast als hätten die sich abgesprochen. Hatten sie aber nicht.

Und in diesem Moment, wo die Frauen die Hundeleinen alle zu Boden warfen, in diesem Augenblick, da geschah etwas wirklich seltsames. Etwas völlig unerwartetes, etwas Merkwürdiges geschah. Denn auf einmal standen alle vier Hunde ganz still da. Völlig friedlich waren sie auf einmal, kein Mucks war mehr zu hören, ja fast ein göttlicher Friede lag plötzlich über der Szene. Die Hunde sassen still da, wedelten mit dem Schwanz, hechelten ein wenig und schauten erwartungsfroh zu ihren Frauchen hinauf.

Aber das geschah erst nachdem die Frauen losliessen! Erst als sie losgelassen hatten, als sie die Kontrolle – die Leinen – abgegeben hatten, als sie also die Brocken hinwarfen und sich somit eingestanden "Ich selbst schaffs nicht mehr", erst als das geschah, war plötzlich Friede.

Was aber hat das nun mit der Bergpredigt zu tun?

Ein weiser Mann lässt seine Zuhörer selber über die Moral von der Geschicht‘ nachsinnen hab ich mal gehört – und so möchte ich es auch halten. Aber ich denke, es ist nicht so schwer, zu verstehen, was uns diese Geschichte – dieses Gleichnis – sagen möchte.

- Die Bergpredigt -

Zunächst möchte ich euch sagen, dass ich die Bergpredigt hier vor allem nach dem Matthäusevangelium beleuchten möchte. (Matt. 5-7) Denn die Bergpredigt finden wir auch bei Lukas.

Die Bergpredigt.

Mit Sicherheit die entscheidende Predigt überhaupt im Evangelium und überhaupt im Wirken Jesu.

Sie ist die herrliche Zusammenfassung der Lehre Jesu. Die Bergpredigt ist die grossartige Botschaft Jesu gebündelt in nur einer Predigt. Wer die Bergpredigt verstanden hat, der hat Jesus verstanden!

Die Bergpredigt ist eine einzige Liebeserklärung Gottes an seine Kinder. Obwohl die Bergpredigt zunächst nur an die Jünger Jesu gerichtet war. Sie galt im Prinzip der Einsetzung der Jünger, es war so eine Art Grundsatzerklärung an die Jünger, aber sie gilt auch unverändert für uns alle!

Grossartig sind hier natürlich die Seligpreisungen. Sie sind ein Aufruf an die Söhne und Töchter Gottes, immer den Mut zu behalten und sich zu freuen! Hier drückt Jesus klar aus, dass wir uns freuen dürfen und sollen! Die erste Seligpreisung kann vielleicht zu Missverständnissen führen: "Selig sind die, die geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr."

Was meint Jesus mit geistlich arm? Meint er damit die geistlichen Nichtschwimmer? Meint er die geistlichen Nieten? Nein, er meint lediglich diejenigen, die sich klar darüber sind, dass sie ohne Gott nichts sind. Er meint diejenigen, die wissen, dass sie Gott brauchen und die sich also klar darüber sind, dass sie "arm" sind und nur durch Gott "reich" werden können, die also alles in Gottes Hände legen.

Also lieber "arm dran" als "Arm ab"!

Wunderschön natürlich die Seligpreisung "Selig sind die, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen"

Das ist gewaltig, oder? Diese Seligpreisung finde ich ist die Beste! Sie fordert aber auch viel von uns: "reinen Herzens", das heisst ja auch "ungeteiltes Herz", also das Herz nur auf Gott und auch seine Mitmenschen ausgerichtet. Also 100% auf Jesus ausgerichtet. Mit ganzem Herzen! Aber das ist für uns hier, denke ich nicht nur selbstverständlich, sondern eine absolute Herzensangelegenheit und ein Herzenswunsch. Wir haben ein reines Herz für Gott, also werden wir Gott auch sehen und erkennen.

Nach den Seligpreisungen finden wir zwei herrliche Bezeichnungen Jesu für uns:

SALZ und LICHT!

Wir sind das Salz dieser Welt und wir sind sogar das Licht dieser Welt! Ist das nicht sensationell?

Salz war damals sehr sehr wertvoll. Wir haben es in einer der letzten Predigten von Johannes gehört: Wir sollen auch wie Salz unsere Finger in die Wunde legen, wenn wir eine vorfinden. Wir sollen also nicht alles schlucken! Wir sollen nicht alles hinnehmen und schweigen. Das ist auch ein Aufruf zur Zivilcourage.

Und Licht? Das ist fast noch besser! Wir sind das LICHT dieser Welt! Erst war es der Heiland, doch nun sind wir es! Wer anders sollte es auch sein? Der Heiland ist im Himmel, der Vater sowieso. Also sind WIR das Licht dieser Welt, durch den Heiligen Geist. Damit stellt Jesus uns sogar auf EINE STUFE mit ihm! Das ist die grosse Botschaft dieser Passage! Wir sind seine Nachfolger und wir sollen unserer Verantwortung auch gerecht werden.

Ich habe die Erkenntnis erlangt, dass die Bergpredigt die entscheidende Wende vom Gesetz zur Gnade darstellt. Jesus an sich und sein ganzes Werk stellte ja schon den Wandel vom Gesetz des Alten Testaments zur Gnade des Neuen Testamentes dar. Aber speziell die Bergpredigt macht dies deutlich.

z.B. sagt er in Matthäus 5,23: "Wenn du zum Altar gehst, um Gott deine Gabe zu bringen, und dort fällt dir ein, dass dein Bruder oder deine Schwester etwas gegen dich hat, dann lass deine Gabe vor dem Altar liegen, geh zuerst hin und söhne dich aus. Danach bring Gott dein Opfer."

Das ist exemplarisch. Im Alten Testament hätte man einfach das Opfer gebracht und fertig. Nun aber sagt Jesus uns, wenn du etwas auszusöhnen hast, denn gehe ZUERST zu dieser Person, söhne dich aus und gehe ERST DANACH zum Altar! Das ist ganz entscheidend!

Dieses "Ich aber sage euch...." ist das Entscheidende. Es galt "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Ich aber sage euch....liebt eure Feinde!

ABER: Wie wir aus diesem Beispiel sehen, fordert uns Jesus NICHT dazu auf GAR NICHT zum Altar zu gehen. Jesus hebt also das Gesetz nicht völlig auf.

Er sagt in Matthäus 5,17: "Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz ausser Kraft zu setzen, sondern um es zu erfüllen."

Das heisst, dass das Alte Testament und das Gesetz nicht einfach so verschwindet. Sondern Jesus zeigt uns nur, wie es zu verstehen ist. Im Prinzip interpretiert er das Gesetz. Er verschärft es sogar zum Teil! Er sagt: "Halte ihm noch die linke Backe hin!" Jesus gibt dem Gesetz gewissermassen Sinn und Leben! Er haucht dem Gesetz Leben ein. Er hebt es nicht auf!

Er zeigt uns, dass die Zeit der Gnade eine logische Folge der Zeit des Gesetzes ist. Es ist eine übergangslose Weiterentwicklung. Erst mussten wir lernen, was Gehorsam bedeutet (im Gesetz) nun können wir Gnade und Liebe empfangen (in der Gnade)

Das ist wie bei uns: wenn wir aufwachsen. Erst Kindergarten / Grundschule da müssen wir auch erst gehorchen lernen und haben wenig Verantwortung; später dann mehr Freiheiten in Gymnasium oder Realschule oder später an der Uni, aber auch mehr Verantwortung.

Das einzige Gesetz, dass Jesus ausser Kraft setzte war das Gesetz der Pharisäer und Schriftgelehrten. Dieses setzte er ausser Kraft, indem er es mehrfach brach. (z.B. Heilung am Sabbat)

zu Gesetz / Gnade: Empfehlung Galaterbrief, ab Kapitel 2 lesen, dort steht viel darüber. Zusammenfassend könnte man sagen: Das Gesetz gilt für uns nicht mehr, das ist wahr, aber es gilt nicht deswegen nicht mehr, weil es aufgehoben worden wäre, sondern weil wir es nie einhalten können. Und das wusste Gott von Anbeginn an, deswegen schickte er seinen Sohn Jesus Christus, um uns von dem Fluch des Gesetzes zu erlösen.

Die Bergpredigt ist das grosse Wort Gottes. Sie ist für uns wie eine Gebrauchsanleitung. Durch sie verstehen wir Jesus. Durch sie verstehen wir aber auch alles was VOR Jesus geschah. Wir erkennen, dass alles von langer Hand vom Vater geplant war. Alles war gewollt, auch die Zeit des Gesetzes.

Die Bergpredigt läutet ein neues Zeitalter ein, sie gilt heute mehr denn je! Sie bricht aber auch nicht mit dem, was vorher war, sie erfüllt lediglich, dass, was die Propheten schon ankündigten.

Die Bergpredigt ist die zentrale Botschaft für uns. Sie ist die allumfassende Liebeserklärung des Vaters an uns. Und sie macht Mut! Sie fordert uns zu Freude auf! (Selig sind die....)

Und: Selig SIND! Es steht dort nicht, Selig WERDEN ERST SEIN! Wir sind es schon jetzt!

Jeder, der den Vater liebt und tut was er sagt, ist schon JETZT selig! Das ist so gewaltig, das ist schon jetzt Freude ohne Ende für die Söhne und Töchter Gottes!

AMEN

Mehr Zeitlose Botschaften unter Aktuelles:

Die Bergpredigt, Matthäus 5
 
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